Fakt ist: ich bin Rapper. Fiktion: du bist es auch. /
Denk an die Umwelt - mach den Stromschalter mal aus.

Littarist ist lebensfroh dank Frangelico und hebt gerne mal die Gläser hoch auf all die kreischenden Girls am Mädelsklo. Nach 25 Jahren Lebenserfahrung und 4 Releases mit unzähligen Liveshows geht es ihm wunderbar – gefangen in der Kinderwelt, er hängt mit seiner Traumfrau ab – Tinkerbelle.

Er hat keine Zeit für Realtalk, du Hängenbleiber. Er hat viel mehr Bock auf Beef, also reich ihm den Händlmeier. Und natürlich ist er nach durchweg guter Pressekritik eingebildet, was hast du erwartet? Er hat Abi, du hast nur einen Quali wie Talib.

Auch ohne Partner Baendit fühlt er sich gut, Hakuna Matata. Denn die Konkurrenz kommt nicht in die Gänge wie 3-Buchstaben-Fahrer.

Gestandene Künstler brechen ein Interview schon mal ab, wenn der Aushilfspraktikant die berühmte Dilettantenfrage stellt: „Wie bist Du auf deinen Künstlernamen gekommen und hat er eine besondere Bedeutung für Dich?“ Alles klar, danke für‘s Gespräch. Um den Künstler Littarist und seine Musik einordnen zu können, macht aber vielleicht eben diese Einstiegsfrage Sinn.

Denn er gehört nicht zu reflektierten Jungs, die sich nach Erfolgsalben von Pandas und grünen Männchen schamlos als Rapfans bezeichnen dürfen und vielleicht sogar ein paar Reime in den Takt kriegen – weil Deutscher HipHop jetzt in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Er gehört zu den Jungs, die 1999 auf Eminem hängengeblieben sind, die 2001 Samys Hits im Hamburger Slang mitgerappt haben, die aber auch 2010 schon wussten, dass ein rappender Kurde den deutschen Sprachgebrauch lyrisch maßgebend beeinflussen kann.

Und weil er schon immer, gegen jede Anfeindung und gegen jedes müde Lächeln, auch lyrisch sein wollte, heißt er Littarist. Wortneuschöpfung. Wikipedia. Lateinbuch 7. Klasse. Danke für‘s Gespräch.

Heute hat er sechs Jahre Rap auf dem Buckel. Sechs Jahre Gigs in der Provinz, auf kleinen Festivals und auf peinlichen Stadtfesten in der Heimatstadt Regensburg.

Vier Releases und unzählige Features. In der lokalen Szene wird ihm das vielleicht größte Potential für mehr zugesprochen. Die Anfeindungen erlaubt sich keiner mehr. Das müde Lächeln vergeht den letzten Dorftrotteln spätestens dann, wenn er das tut, wofür sie ihn in Regensburg schätzen und lieben – Punchlines, die ihm die Welt bedeuten.

Er schafft es, Regionalpolitik und Clubdrogen-Knowledge in einem Satz zu pointieren. Er kann Herzschmerz und Eifersucht mit Fußballerzitaten verheiraten. Und wenn der Beat will und das Bier schmeckt, ist sein Flow easy über jede Trap-Session erhaben.

Er macht das manchmal einfach nur, weil ihm die letzte Olive auf den Magen geschlagen hat. Ohne Maske. Ohne 44er-Bizeps. Ohne Youtube-Konzepte. Der Litti ist einfach ein unverschämt guter Rapper.

Baendit, 22.05.2016

 

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